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Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den 25. Juli 2021 zum “Präventionstag gegen Ertrinken” erklärt. Bei diesem globalen Präventionstag soll auf die tragischen und tiefgreifenden Impakt auf Familien und die Gesellschaft hingewiesen werden. Gleichzeitig sollen lebensrettende Lösungen bekannter gemacht werden, um dies zu verhindern. Jährlich ertrinken etwa 235.600 Menschen, der Ertrinkungstod ist weltweit eine der 10 häufigsten Todesursachen von Kindern zwischen 5-14 Jahren. Platform Zero Incidents (PZI) nutzt diesen Tag, um in der Binnenschifffahrt das Bewusstsein für Ertrinkungsunfälle zu vergrößern.

Im Jahr 2020 haben PZI und Shell Shipping and Maritime eine Sicherheitsinitiative in der Binnenschifffahrt begonnen: Das Ziel dieser Initiative ist es zu verhindern, dass Menschen ins Wasser stürzen. Zahlreiche Binnentankschiffsunternehmen, Schulungseinrichtungen und andere Beteiligte sind der Initiative beigetreten und unterstützen die Sicherheitsinitiative mit dem ehrgeizigen Ziel “Tödliche und schwere Person-Über-Bord (Englisch Person Over Board, PoB) Unfälle in der Europäischen Binnenschifffahrt zu verhindern”.

Die WHO hat zwei Themen identifiziert, die an diesem Tag besonders berücksichtigt werden sollen: Die hohe Anzahl von Ertrinkungstoten in Binnengewässern wie Flüssen und die Folgen für Familien und die Gesellschaft, die ein Ertrinkungsfall haben kann.Die PZI-Datenbank enthält ebenfalls eine alarmierende Statistik, nach der Person-Über-Bord– Unfälle für 42% aller tödlichen Unfälle verantwortlich sind. Unter Berücksichtigung aller aus den Medien bekannten Unfällen in der europäischen Binnenschifffahrt hat PZI ermittelt, dass 57% der PoB-Unfälle (ins Wasser stuerzen) tödlich enden.

Bei der genaueren Untersuchung und Analyse der Unfälle wurden unsichere Situationen und unsichere Handlungen während des Festmachens und beim Überstieg an Bord als Hauptursachen für PoB-Unfälle identifiziert. Diese in der Binnenschifffahrt sehr häufigen Tätigkeiten können zu einer Risikonormalisierung führen, die zu der Akzeptanz von unsicherem Verhalten führen kann. Die Arbeitsgruppe, an der auch Reedereien beteiligt sind, hat deshalb einen Fokus auf den Verzicht von Übersteigen und Risikobewusstsein gelegt. Dazu wurden fünf spezifische Arbeitsbereiche festgelegt (siehe Grafik):

Es werden Workshops organisiert, um die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Rettungsmöglichkeiten zu identifizieren. Die Ergebnisse der Workshops werden weitgehend mit der Branche geteilt.

In Anbetracht der niedrigen Wassertemperaturen im Winter gibt es eine besondere Aufmerksamkeit für das Thema „Hypothermie“ / Unterkühlung: Dies beinhaltet die Erstellung eines Informationsfilms, Flyer in verschiedenen Sprachen, Safety Alerts und weiterentwickeltes Schulungsmaterial. Diese werden unter Mitarbeit des STC-KNRM erstelltr und enthalten weitergehende Informationen zu Definition (Was ist Hypothermie?), Wassertemperaturen und Reaktionszeiten (Wie kann Hypothermie töten?) sowie einer Erste-Hilfe-Anleitung nach der Rettung einer Person aus kaltem Wasser vor dem Eintreffen von Hilfskräften.

Die Arbeitsgruppe hat bisher bereits maßgeblich dazu beigetragen, ein breites Interesse bei Terminals und Hafenbetreibern zu schaffen. Die Bereitschaft aller beteiligten Parteien, sich der Sicherheitsinitiative anzuschließen, war in Workshops sehr hoch und ist gleichzeitig ein Gradmesser für den bisherigen Verlauf der Sicherheitsinitative.

In der Zukunft plant die Arbeitsgruppe eine Wissensdatenbank zu dem Thema aufbauen und das Bewusstsein auf einem hohen Niveau halten. Das Mantra „Vorbeugen ist besser als heilen“ ist bei diesem wichtigen Thema von Person-über-Bord-Unfällen tatsächlich lebensrettend.

Weitere aktuelle Informationen zu diesem Thema werden im weiteren Verlauf der Sicherheitsinitiative ebenfalls auf dieser Seite veröffentlicht.